Sieg in Schwabing!!!!

Dass die Obergünzburger Damen daheim eine Macht sind haben sie in der bisherigen Saison zu Genüge bewiesen. Einer reinen Weste zu Hause steht eine negative Auswärtsbilanz gegenüber.  Daher haben die wenigsten damit gerechnet, dass sie ausgerechnet beim Tabellenzweiten FTM Schwabing ihre stärkste Saisonleistung abrufen werden.

Vor dem Spiel war aufgrund der engen Liga noch alles drin. „Mit einem Sieg haben wir gute Chancen auf den zweiten Platz, mit einer Niederlage könnten wir am Ende nur auf Platz fünf stehen“, schwor Trainer Hubert Hermann seine Mannschaft ein. Und Platz 5 wäre aufgrund der tollen Aufholjagd , die Obergünzburg seit der Übernahme von Hubert Hermann gestartet hat, schon enttäuschend.
Die Vorzeichen waren für dieses Spitzenspiel also klar. Obergünzburg wollte nochmal ein Wörtchen um die Vizemeisterschaft mitreden, Schwabing den zweiten Tabellenplatz verteidigen. Dieser würde zugleich zur Relegation in die 3. Liga berechtigen und setzte die Münchner Gastgeberinnen unter Druck. Obergünzburg hatte in diesem Fall den psychologischen Vorteil auf ihrer Seite. „Unser Gegner muss, wir können“, fasste Hubert Hermann nüchtern zusammen und lag mit dieser Einschätzung goldrichtig.  „Eine der großen Stärken der Schwabinger ist deren guter Aufschlag, und deshalb wird das Spiel über den Aufschlag und die Annahme entschieden“, sagte Hubert Hermann vor dem Spiel. Und genau das haben die Obergünzburger Mädels von der ersten Minute an super umgesetzt. Mit harten Aufschlägen und einer nahezu perfekten Annahme gestalteten die Allgäuerinnen die ersten beiden Sätze ganz nach ihrem Geschmack. Schwabing konnte die Aufschläge der Gäste des Öfteren nicht parieren, im Gegenzug schoben die Allgäuer Annahmespieler um Libera Kathrin Mayer fast jede Annahme perfekt zu Zuspielerin Milena Bauch. Die wiederum setzte ihre beiden Mittelangreifer Martina Endres und Miriam Amann gekonnt ein, die viele Angriffe direkt im Feld der Gastgeberinnen platzierten. Die beiden Außenangreifer Simona Hitzler und Stephanie Hildebrandt glänzten sowohl mit einer hervorragenden Annahme als auch mit starken Angriffen über die Außenposition. Kamen die Schwabinger dann doch mit ihren gefährlichen Angriffen durch den Obergünzburger Block ließen sich die Ostallgäuerinnen nicht entmutigen. In den engen Phasen konnten sie sich immer auf ihre starken Aufschläger verlassen. Beim Rückstand von 18:22 servierte Miriam Amann mit einer fulminanten Serie bis zum 1:0 Satzgewinn.

Der zweite Satz war nahezu eine Kopie des ersten Satzes. Beide Mannschaften schenkten sich auch hier nichts und agierten ständig auf hohem Niveau. Schöne, spannende Ballwechsel drückten der Partie ihren Stempel auf. Obergünzburg dominierte aber auch Diesen und es stand 2:0.

Erst ab dem dritten Satz fingen sich die Gastgeberinnen aus München und fanden zurück in die Erfolgsspur. Obergünzburg hingegen schwanden die Kräfte, denn in den ersten beiden Sätzen mussten sie 100% geben, um gegen die starken Gegner bestehen zu können. Schwabing spielte konstanter, machte Druck im Aufschlag und glänzte vor allem durch dominante Angriffsbälle über die Diagonalposition. Auch wenn es immer noch ein Spiel auf hohem Niveau war, musste Obergünzburg die Sätze drei und vier an Schwabing abgeben.

Aber blickte man in die Gesichter der Obergünzburgerinnen sah man stets den Siegeswillen und eine positive Stimmung. „Dann gewinnen wir eben im Tie-Break“ war die einheitliche Meinung beim Seitenwechsel zum 5. Satz, das Hinspiel wurde schließlich auch mit 17:15 im Tie-Break gewonnen. Wieder war es Miriam Amann die ihre Mannschaft mit harten Flatteraufschlägen mit 3:0 in Führung brachte, und Schwabing erneut enorm unter Druck setzte. Die Allgäuerinnen hatten im gesamten Tie-Break die Nase vorn und hielten stets einen zwei-Punkte Vorsprung.  Nach über zwei Stunden war es dann endlich soweit, Obergünzburg gewann ein spannendes Spiel mit 15:13 im letzten Satz. Ironie des Schicksals war es, dass ausgerechnet eine der besten und routiniertesten Schwabinger Aufschlägerinnen den Matchball für die Gäste mit einem Aufschlagfehler besiegelte. Am Ende lagen sich die Spielerinnen glücklich in den Armen und belohnten sich durch diesen Sieg mit dem dritten Tabellenplatz. Und es kann am Ende sogar noch der zweite Platz herausspringen, wenn man beim letzten Spiel der Saison vor heimischen Publikum 3 Punkte gegen den TSV Eintracht Rottenberg holt. „Das sind die gefährlichsten Spiele, wenn man gegen den Vorletzten, einen vermeintlich schwächeren Gegner, antreten muss. Auch hier werden wir uns die Woche über konzentriert vorbereiten und das letzte Spiel mit Respekt angehen“, warnt Hubert Hermann vor dem Spiel. Aber er ist auch zuversichtlich, denn er fügt hinzu: „Immer wenn es eng wird gewinnen meine Mädels! Gerade daheim wollen wir die weiße Weste wahren und den Zuschauern einen schönen Saisonabschluss bereiten!“