Moral bewiesen

Obergünzburg (wb).   Die Turbulenzen der zurückliegenden Woche schienen im 1. Satz noch in den Köpfen der Obergünzburgerinnen zu stecken, schnell lag die TSV-Mannschaft mit 0:4 im Rückstand; in der Folge kämpfte sich das Obergünzburger Damenteam immer wieder heran, aber zahlreiche Annahmefehler sowie ein schwacher Block gegen starke Schwabinger Angriffsbälle vereitelten einen Satzgewinn. Ähnliches Bild im zweiten Spielabschnitt: die Günztalerinnen hecheln erneut einem Rückstand hinterher. Aus der Mitte mit links geschlagene zweite Angriffsbälle und einige Lobbälle der Schwabingerinnen bereiteten der Obergünzburger Feldabwehr Probleme. Erst gegen Satzende schaffen die Ostallgäuerinnen mit ihrem Erfolgsrezept, den harten Sprungflatteraufschlägen die Wende einzuleiten und zum 1:1 auszugleichen. Auch im dritten Satz kein merklich anderes Bild: beide Teams schenken sich keinen Punkt, Obergünzburg punktet zunehmends mit Schnellangriffen über die Mitte, auf Schwabinger Seite häufen sich technische Fehler. Am Ende konnten Obergünzburg’s Volleyballerinnen wegen einer leichten Überlegenheit zuletzt den Satz mit 25:22 für sich entscheiden und mit 2:1 in Führung gehen. Völlig von der Rolle zeigten sich die Ostallgäuerinnen im 4. Satz: ein 12:18-Rückstand konnte das Team um Kapitänin Martina Endres noch auf den 20:25-Satzendstand verkürzen, den Gang in den Tie-Break und damit die Abgabe mindestens eines Punktes konnte die TSV-Mannschaft aber nicht mehr abwenden. Auch der Tie-Break war ein Wechselbad der Gefühle: nach der 12:10-Führung des TSV und einer Schwabinger Auszeit begehen die TSV-Spielerinnen einen Aufschlagfehler, Obergünzburg gerät in der Folge wieder in Rückstand, beim Spielstand von 14:13 für Schwabing können die Günztalerinnen den Satzball abwenden und zum 14:14 ausgleichen; beim Spielstand von 15:14 vergeben die TSV-Volleyballerinnen den 1. Satzball; den zweiten Satzball verwandeln aber Miriam Amann und Co. Zum 17:15 – Tie-Break .- Sieg und liegen sich überglücklich nach dieser turbulenten Woche in den Armen.

 

Trainerfrage: Hermann folgt Kazemi:

Nach der Trennung von Trainer Parviz Kazemi wollten und mussten die Verantwortlichen der Abteilung und des Vereins schnell eine Lösung der Trainerfrage finden, um wieder Ruhe in das Umfeld der Mannschaft vor dem Heimspieltag gegen Schwabing zu bringen. Bei den Gesprächen vergangenen Freitag sagte Hubert Hermann, der die Obergünzburgerinnen von der Bayern- in die Regionalliga führte, trotz zahlreicher privater Verpflichtungen sofort zu, dem Verein und dem Team in dieser prekären Situation helfend beizustehen. Hermann, wie Kazemi Inhaber der A-Lizenz, wird das Freitagtraining leiten und einen Großteil der Spieltage mit dem Team bestreiten. Die restlichen Trainingseinheiten teilen sich Julia Egg, Trainerin der 2. Mannschaft sowie Walter Borst, Trainer der 3. Mannschaft.

Hermann, der sofort den Spieltag gegen Schwabing coachte, bilanzierte nach dem Spiel: „Beeindruckt hat ihn, in welcher Konsequenz das Team seine Anweisungen umgesetzt hat; die Partie gegen eine starke Schwabinger Mannschaft hätten die Obergünzburgerinnen dennoch klarer gewinnen müssen; mit harten, mindestens über zweieinhalb Stunden auf hohem Niveau verlaufenden Trainingseinheiten will der neue Coach die Konzentrationsfähigkeit und Leistungskonstanz der Mannschaft verbessern“.