Nach sieben Spieltagen hat sich der Frauen-Volleyball-Regionalligist TSV Obergünzburg von Trainer Parviz Kazemi getrennt, der das Amt erst kurz vor Saisonstart übernommen hatte (wir berichteten). Sein Nachfolger ist gleichzeitig sein Vorgänger: Hubert Hermann (49) trainierte das Team bereits bis Mitte 2014. Unsere Zeitung hat mit Hermann gesprochen.


Herr Hermann, Mitte 2014 haben Sie in Obergünzburg aufgehört. Was hat nun zur Rückkehr geführt?

Hubert Hermann: Die Mannschaft hatte ja schon letzte Saison keinen Trainer. Normalerweise bleibe ich hartnäckig bei meinen Entscheidungen. Aber es wäre schon extrem bitter gewesen, wenn das Team schon wieder ohne Trainer dagestanden wäre. Außerdem ist die Mannschaft sehr sympathisch, ich bin mit vielen auch privat befreundet.


Wie ist der erste Eindruck vom Team?

Hermann: Die Mannschaft war im letzten Spiel (3:2-Heimsieg über Schwabing) sehr verunsichert – das kannte ich bis jetzt gar nicht von diesem Team. Diese Verunsicherung muss jetzt wieder raus, die Mädels sollen wieder Spaß haben und auf sich selbst vertrauen.


Was trauen sie Obergünzburg in dieser Saison noch zu?

Hermann: Momentan stehen wir mit Rang sechs ziemlich in der Mitte der Tabelle. Ich denke, mit den letzten drei Plätzen werden wir nichts zu tun haben. Aber weiter nach oben zu kommen, wird extrem schwer. Eigentlich geht es jetzt auch schon mehr darum, inhaltlich für den neuen Trainer in der nächsten Saison vorzuarbeiten. Wir müssen die Defizite aufarbeiten, damit derjenige gut einsteigen kann.


Also bleiben Sie nicht über das Saisonende hinaus Trainer?

Hermann: Es gibt eine klare Absprache: Ich bleibe erst einmal nur bis Saisonende. Das sind noch knapp vier Monate. Außerdem übernehme ich die Mannschaft auch nur begrenzt – ich leite das Training am Freitag und stehe bei Heimspielen am Spielfeldrand. Die weiten Auswärtsfahrten bleiben mir erspart, der zeitliche Aufwand wäre für mich sonst zu groß. Auf Dauer bringt es ein Team aber viel weiter, wenn es einen Trainer hat, der es komplett übernehmen kann. Aber ich möchte es nicht grundsätzlich ausschließen, dass ich bleibe. Immerhin bin ich ja schon mal eingeknickt. (lacht)


Als nächstes steht das Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn Rottenburg an. Wie lautet die Zielsetzung für diese Partie?

Hermann: Ich werde ja selbst nicht dabeisein, aber die Mannschaft muss ganz klar auf einen Sieg hinarbeiten. Damit könnten wir uns von den unteren Plätzen absetzen. Außerdem wäre es ein enormer psychologischer Vorteil, das letzte Spiel vor der Winterpause zu gewinnen. Wir hätten dann auch eine positive Bilanz: Fünf Siege und vier Niederlagen.


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Das Interview führte Jan-Mirco Linse